Gottesdienst

gut:jetzt

Das „gut:jetzt“- Format beschreiben die Verantwortlichen, Sarina Alpers und Michael Freitag-Parey, gerne als Werkstatt oder Forum zum selber Denken und Glauben.

„Dieses besondere Gottesdienst-Format schafft Raum an einem besonderen Ort, um über gesellschaftlich-relevante Themen ins Gespräch zu kommen,“ sagt Freitag-Parey. Im Mittelpunkt stehe dabei immer eine bewusst interaktive und frische, freche Auseinandersetzung mit dem Thema. Das Thema macht sich dabei jeweils an einem historischen Hintergrund fest. Jedoch bleibt der „gut:jetzt“ nicht in der Vergangenheit, sondern baut auf dem historischen Hintergrund ein Thema auf, das aktuell und relevant ist und die Gäste einlädt, proaktiv zu werden, und zeigt Möglichkeiten der Partizipation auf.

Eingeladen sind Menschen jeden Alters.

„Wir wollten von Anfang an ein Gottesdienst-Format schaffen und anbieten, in dem die Besucherinnen und Besucher auch selber zu Wort kommen und aktiv werden können. Wir wollen den Austausch und in den Kontakt und die Leute auch miteinander in Verbindung bringen. Wir haben Lust auf Interaktion. Wir wollen ausprobieren und experimentieren.“ Und so finden sich im Ablauf des „gut:jetzt“ verschiedene Elemente eines Gottesdienstes, aber auch die einer Werkstatt und eines Forums. „Was man bei uns nicht findet, ist eine Predigt. Die Botschaft, die uns wichtig ist, wird ganz breit durch die verschiedenen Elemente und Methoden des „gut:jetzt“ übermittelt.“ 

Bei alledem spielt die Musik eine wichtige Rolle. Sie untermalt und ergänzt die Impulse des „gut:jetzt“ durch eine kleine Band (E-Piano, Gitarre, Cajon, Saxophon, Posaune, Gesang).

Die Termine für 2020: Sonntag, 28. Juni, 18.00 Uhr; Sonntag, 4. Oktober, 18.00 Uhr; Sonntag, 15. November, 18 Uhr.

Kontakt und Info: m.freitag-parey@stiftung-lager-sandbostel.de; sarina_alpers@web.de

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Gottesdienst l(i)eben – Eine Spurensuche

Foto: Katharina Friebe

Der Gottesdienst ist vielen Menschen fremd geworden. Ob es liturgische Texte sind, der gemeinsame Gesang oder die Unsicherheit, wie „man“ sich zu verhalten hat – anstatt Menschen zum Glauben an Gott einzuladen, verunsichern Gottesdienste ihre Besucher. Die Frage: „Was macht Ihr da im Gottesdienst“ von der Teilnehmerin eines Glaubenskurses hat uns diese Schwierigkeit deutlich vor Augen geführt. Sie hatte Interesse am Gottesdienst, wollte gerne mitfeiern und spürte dennoch eine große Unsicherheit.

Angeregt von diesen engagierten Rückfragen und den eigenen Beobachtungen haben wir in einer vierköpfigen Arbeitsgruppe das Projekt „Gottesdienst l(i)eben)“ entwickelt. Über einen Zeitraum von acht Wochen wurden Menschen eingeladen, die Kirche als Raum neu für sich zu entdecken, Vollzüge des Gottesdienstes zu hinterfragen, zu entdecken, einzuüben. In einer Mischung aus geistlichen Übungen, kreativen Angeboten, Gelegenheit zum persönlichen Austausch und inhaltlichen Impulsen konnten sie wesentliche Bestandteile des Gottesdienstes betrachten und für sich neu entdecken.

Im Laufe der Wochen machten Menschen in einer Projektgruppe von gut 40 Teilnehmer*innen auf diese Weise ihren „Lieblingsplatz“ in der Kirche ausfindig, bibliodramatische Elemente ließen den „Kyrie“-Ruf des blinden Bartimäus in unserem Leben nachklingen, Dank- und Fürbitte-Alphabete wurden gestaltet, biblische Lesungen als Teil des Gottesdienstes neu entdeckt und vieles mehr.

Mehr Infos sind zu erhalten bei der Kirchengemeinde Peter und Paul, Schneverdingen (www.peterundpaul.de, Kontakt über Harm Cordes, harm.cordes@peterundpaul.de, Tel. 05193-986860) oder über die Agentur worte&werke (www.worteundwerke.de).

Die Kirchengemeinde Sittensen startet übrigens mit diesem Projekt am 18.03.2020: https://gottesdienst-lieben-sittensen.wir-e.de/aktuelles.

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Weihnachten mit Esel und Schafen

Die Weihnachtsgeschichte mit echten Tieren und lebendiger Krippe erleben, ist etwas das man nicht alle Tage sieht. Darum war der „Weihnachtsgottesdienst bei den Tieren“ im Lauenbrücker LandPark eine ganz besondere Erfahrung. Vor etwa zehn Jahren wurde schon einmal eine solche Aktion organisiert, doch der Aufwand sei einfach zu groß geworden, um es jährlich weiterführen zu können, erklärte Pastor Lars Rüter. Deshalb war es umso schöner, diese alte Aktion wieder aufleben zu lassen.

Jeder Besucher und jede Besucherin erhielt zu Beginn eine eigene kleine Kerze, woraufhin die kleine Waldlichtung im Park komplett von Kerzenschein erleuchtet wurde. Zwar reisten auch alle in dicken Winterjacken an, doch war das Wetter gnädig genug, um zumindest für den Abend milde Temperaturen zu bescheren. Einige Konfirmanden saßen verkleidet an Lagerfeuern oder verteilten Liederzettel an die zahlreichen Besucher*innen.

Die größte Aufgabe hatten allerdings die (zahlreichen) Tiere an diesem Abend, diese spielten immerhin eine zentrale Rolle. Diakonin Sabine Gerken erzählte dabei gemeinsam mit Helfer Robin Gallo samt Esel die Weihnachtsgeschichte, allerdings aus Sicht des Tieres. Es ging also darum, wie der Esel Maria kennengelernt hatte, sie ganz bis nach Betlehem zum Stall trug und später die Geburt Jesu Christi miterleben durfte. Auch der mitgeführte störrische Esel lief während der Erzählung in Richtung des aufgebauten Stalls, allerdings musste an der ein oder anderen Stelle doch mit angepackt werden, was den meisten ein kleines Schmunzeln bereitete. Begleitet wurde das Schauspiel währenddessen von gemeinsam gesungenen Liedern.

Die Geschichte hätte nicht passender ausgewählt werden können. Sie zeigte, was Liebe zwischen Menschen (oder in diesem Fall zwischen Mensch und Tier) bewirken kann und wie wichtig es ist, sich gegenseitig zuzuwenden. Anstatt jemanden aufgrund seines „Andersseins“ zu verspotten oder gar auszustoßen, ist es wichtig, aufeinander zuzugehen, sich gegenseitig zu akzeptieren und wie in diesem Fall gemeinsam das Fest der Liebe zu feiern.

Dies war nicht nur der Kernpunkt der Geschichte, sondern auch des gesamten Gottesdienstes. Auch wenn sich die zahlreichen Menschen dort nur für eine Stunde getroffen haben, hat diese Stunde für einen unvergesslichen Weihnachtsmoment gesorgt. Alle kamen zusammen, um etwas zu feiern. Man tauschte sich aus, spielte zusammen und genoss einfach die Gemeinschaft untereinander. Ich selber habe sogar eine alte Schulfreundin wiedergetroffen und gemeinsam haben wir etwas verlorene Zeit aufgeholt. Auch sie war fasziniert von der Idee des Gottesdienstes. Man habe sich total in das Geschehen mit eingebunden gefühlt aufgrund der vielen Kerzen. Und für die Kinder waren die Tiere natürlich ein absolutes Highlight. Es war wunderschön, so viele Menschen für solch eine Aktion zusammenzubringen und einfach gemeinsam eine gute Stunde lang das Weihnachtsfest zu genießen. Einfach mal den Stress zu vergessen und die kleinen Dinge zu schätzen – wie zum Beispiel einen weihnachtlichen Gottesdienst mit Tieren.

Text und Fotos: Marié Detlefsen

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Blues- und Bettag

Hin und wieder hatte ich von diesem besonderen Gottesdienst, der im Mehrgenerationenhaus in Waffensen stattfindet, gehört und – nun endlich – war ich da! Diese Gottesdienstform hat mir gut getan, weil…

  • … er an einem Abend unter der Woche nach getaner Arbeit ein Ort zum Auftanken war.
  • … er an einem „anderen“ Ort stattfand und ich die ungezwungene Atmosphäre im Mehrgenerationenhaus in Waffensen passend fand.
  • … die bunt zusammen gewürfelte Bluesband nicht perfekt aufeinander abgestimmt war, sondern während der Musik viel miteinander agiert hat – so wie es nach meiner Ansicht beim Blues sein darf. Diese dichte Atmosphäre zwischen den Musiker/innen hat mich sehr aufmerksam werden lassen.
  • … die Bluesband klassische Gesangbuchlieder auf geniale Art „verbluest“ hat. Dieter Falk mit seinen Interpretationen der Lieder von Paul Gerhardt und Martin Luther mag ich auch sehr gern. Ich bekomme dadurch einen anderen Zugang zu den Texten, weil ich neu hinhöre.

Anja Bohling
Weitere Infos bei Dietmar Meyer, Pastor in Sottrum, Tel.
04264-422, E-Mail: pastormeyer@gmx.de

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"Early Bird" zum Wachwerden und Durchlüften

Mit der Friedensandacht „early bird“ bietet die Kirchengemeinde Selsingen in Zusammenarbeit mit der Kirchlichen Friedens- und Gedenkstättenarbeit des Kirchenkreises Bremervörde-Zeven während der Friedensdekade jedes Jahr im November für „Aufsteher, Noch-Nicht-Ganz-Wache, Frisch-Geduschte, Nicht-Geschminkte und Morgenmuffel Impulse zum Wachwerden und Durchlüften an“, so die Initiatoren Sarina Alpers und Michael Freitag-Parey lächelnd und ergänzen: „Aber natürlich gilt das Angebot auch für alle anderen, die auf dem Weg zur Schule oder zur Arbeit sind und noch einen Moment Luft haben. Es gibt was zum Weiterdenken und natürlich krosse, belegte Brötchen, heißen Kaffee, Tee und Kakao. Und: Das alles auch to go. Also, so eine Art Starter-Set für den neuen Tag.“ Treffpunkt ist die Selsinger Kirche. Jeden Morgen ist die Tür hier offen. Um 6.30 Uhr startet „early bird“. Dann gibt es Impuls und Frühstück. Beides in der Kirche. Und ausreichend Zeit, um hinterher noch rechtzeitig in die Schule oder zur Arbeit zu kommen.

Der Name des Angebots kommt von dem Ausspruch "Der frühe Vogel fängt den Wurm". Gemeint ist natürlich, dass man möglichst früh anfangen sollte, Dinge zu erledigen. Das Sprichwort rührt daher, dass der Vogel im Morgengrauen größere Chancen hat, einen Wurm zu fangen. Letzterer wagt sich insbesondere in den frühen Morgenstunden an die Oberfläche, wenn die Böden vom Tau noch feucht sind.

Was die meisten vielleicht nicht wissen: Der Ausspruch ist eigentlich keine deutsche Redensart. Ursprünglich stammt der Spruch aus dem Englischen: "The early bird catches the worm".

In den vergangenen drei Jahren kamen im Schnitt – an jedem Morgen - 54 Personen in die Selsinger Kirche (2/3 Konfirmandinnen und Konfirmanden). Die Konfirmandinnen und Konfirmanden bekommen pro zwei „early bird“-Besuche jeweils einen Stempel für ihre Gottesdienstkarte.

Weitere Infos bei: Sarina Alpers, Mobil: 01577-2471034, E-Mail: sarina_alpers@web.de
Michael Freitag-Parey, Mobil: 0152-31739378, E-Mail: m.freitag-parey@stiftung-lager-sandbostel.de

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