Sozialraum

Dorfladen Rhade

Im April 2017 wurde der Dorfladen in Rhade eröffnet. Die Kirchengemeinde war von Anfang an in dieser Sache stark engagiert. Lesen Sie zu den Hintergründen und zur Geschichte dieses Projektes das folgende Interview mit Pastor Andreas Beneke:

Die Kirchengemeinde Rhade hat einen Geschäftsanteil am örtlichen Dorfladen erworben. Wie ist es dazu gekommen?

Seit 2007 beschäftigt die Kirchengemeinde sich mit den Folgen des demografischen Wandels. Am 13.12.2008 wurden die ersten fünf Mitarbeiterinnen der Diakonischen Hilfe in ihren Dienst eingeführt. Schnell wurde klar, dass die Kirchengemeinde sich im Rahmen der Gemeinwesendiakonie weitere Partner suchen muss, um die Versorgung und Betreuung älterer Menschen in unserem Kirchspiel sicher zu stellen. Anregungen kamen von der Tagung zur Gemeinwesendiakonie vom 18. – 20. Mai 2011 in der Ev. Akademie Loccum.

Der Kirchenvorstand ist von da an aktiv auf die Ortsräte zugegangen. Nach der Wahl wurden die neuen Kandidatinnen und Kandidaten am 24.06.2012 zu einem Gottesdienst eingeladen, der unter anderem die Fürbitte für ihre Arbeit zum Inhalt hatte. Anschließend gab es ein Mittagessen und eine offene Gesprächsrunde im Gemeindehaus. Daraus ist eine Arbeitsgruppe aus Pastor, Ehrenamtlichen der Kirchengemeinde und politischen Vertretern der einzelnen Dörfer entstanden. Parallel hatte die Samtgemeinde Selsingen auch ein Gutachten in Auftrag gegeben, um die langfristigen Folgen des demografischen Wandels besser einschätzen zu können.

Kirchengemeinde und politische Gemeinde hatten sich 2009 schon über die Verwendung der örtlichen Gastwirtschaft ausgetauscht. Sie wurde von der Gemeinde erworben und stand damit zur Verwendung als Dorfladen bereit. Ein Mitarbeiterteam der Kirchengemeinde führte eine Befragung durch, um die Bereitschaft der Bevölkerung zu erheben, dieses Projekt zu unterstützen. Jeder Haushalt wurde besucht. Ergebnis: Ein Großteil der Bevölkerung ist bereit, Anteile zu erwerben, um damit das Projekt auf die Beine zu stellen. 2014 wurde ein Dorfladenverein gegründet. 140 Mitglieder kauften Anteile im Wert von rund 70.000 Euro. Damit konnte das Projekt starten.

Inzwischen waren u.a. in einem leerstehenden Hotel rund 70 Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan untergebracht. Sie erfuhren sehr engagierte Hilfe aus der Bevölkerung und wollten sich nun auch ihrerseits in die Gemeinschaft einbringen. Daraus entstand die Idee, eine wöchentliche Einkaufsunterstützung zu schaffen und eine Schnittstelle zur Waren- und Geldübergabe am Hotel zu installieren, bis der Dorfladen in Betrieb genommen werden könnte.

Da die Volksbank der Gemeinde ein geeigneteres Gebäude anbieten konnte, entschied sich der Dorfladenverein gegen die Gastwirtschaft. Bis alle gesetzlichen Hürden genommen werden konnten, vergingen drei Jahre. Der Kaufvertrag mit der Volksbank wurde 2015 unterschrieben. Im April 2017 konnte der Dorfladen eröffnet werden.

Was sind besondere Kennzeichen dieses Ladens und wie funktioniert der Betrieb?

Der Dorfladen hat eine Ladenfläche von 200 m² und bietet über 2000 Artikel an, die von Ehrenamtlichen ausgezeichnet und einsortiert werden. Die Verkäuferinnen haben einen Arbeitsvertrag. Durch das ehrenamtliche Engagement schreibt der Dorfladen bis heute schwarze Zahlen.

Ein besonderes Plus ist das große regionale Sortiment. Dadurch werden Arbeitsplätze in der Region erhalten und die Wege bleiben kurz. Örtliche Imker haben sich zusammen geschlossen und vermarkten hier ihren Honig. Eine Floristin bietet Gestecke an. Gemüse, Eier, Milchprodukte und Eis kommen aus der näheren Umgebung. Ziel ist es, dieses Sortiment beständig zu erweitern.

Die Kirchengemeinde kauft selbst bevorzugt im Dorfladen ein. Sie gibt auch Lebensmittelgutscheine aus, die dort eingelöst werden können.

Was motiviert Euch, dass Ihr Euch als Kirchengemeinde auf diese Weise für Euren Ort engagiert?

Die Verbindungen zwischen Kirchengemeinde und Ortsräten sind im Laufe der vergangenen 10 Jahre deutlich intensiver geworden. Auch die Herausforderung durch die Flüchtlinge haben dazu beigetragen. Die Motivation kommt aus der Gemeinwesendiakonie. Wir haben es mit denselben Menschen zu tun. Die diakonische Hilfe ist nicht nur für Gemeindeglieder da, sie kann von allen in Anspruch genommen werden. Die Kirchengemeinde entlastet auf diese Weise pflegende Angehörige und ermöglicht es den Betreuten, länger im vertrauten Umfeld zu bleiben. Dazu trägt nun auch der Dorfladen bei. Für die Zukunft wünschen wir uns zusätzlich eine Einrichtung für betreutes Wohnen, um alle aufzufangen, die keine Angehörigen vor Ort haben. Das wäre gleichzeitig ein weiteres Standbein für den Dorfladen.

Wie wirkt sich diese Sozialraum-Orientierung auf das Leben in der Kirchengemeinde aus?

In der "Kerngemeinde" gab es immer schon Leute, die sich im Ortsrat engagierten. Auf dem Dorf tanzen die Ehrenamtlichen oft auf mehreren Hochzeiten. Das erleichtert manche Gespräche. Es musste kein langer Anlauf genommen werden. Der frühere Rhader Bürgermeister ist zum Beispiel auch im Vorstand der Kirchenstiftung. Da die Zahl der Ehrenamtlichen leider nicht unendlich ist, spürt die Kirchengemeinde auch den Nachteil, dass der Dorfladen und die Arbeit mit den Flüchtlingen Kräfte bindet, die früher zu 100 % im kirchlichen Kernbereich gebunden waren. Dafür kommen jetzt Menschen in kirchlichen Räumen zusammen, die diese vorher noch nie betreten hatten. Wir stellen unser Gemeindehaus vermehrt für "runde Tische" zur Verfügung.

Es gibt ein weiteres Projekt zum Thema Nachbarschaftshilfe. Wie sieht das aus?

Zusammen mit einem Ortsratsmitglied habe ich die Seite https://www.facebook.com/groups/539424292898129/ ins Netz gestellt, auf der Nichtkommerzielle Informationen und Nachbarschaftshilfe für Rhade und Rhadereistedt angeboten wird. Über 200 Haushalte sind dort inzwischen vernetzt, tauschen Ideen aus, helfen sich in praktischen Fragen, bilden Fahrgemeinschaften, machen auf örtliche Veranstaltungen aufmerksam...

Vielen Dank für das Gespräch und Gottes Segen für den weiteren Weg!

Weitere Informationen bei: Pastor Andreas Beneke, Tel.: 04285-274, E-Mail: Andreas.Beneke@evlka.de
Homepages: www.rhade-kirche.de
https://rhade-nds10.webnode.com/
https://www.facebook.com/DorfladenRhade/

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Ein Tag im Stadtteilladen Bremervörde

Der 811er-Bus fährt den Mittelkamp hoch und kurz darauf kommen schon die ersten Kinder in den Stadtteilladen gelaufen. „Ich bin Erste!“, ruft Fatima, schnappt sich ein Knäckebrot und bestreicht es mit Frischkäse. Kurz nach ihr betreten Mohanad und Ahmad den Raum: „Hallo, bringt Gudrun heute Gurken und Baguette mit?“ Die Ranzen fliegen in die Reihe vor der Heizung. Die Jungs erzählen vom Ärger im Bus, es gab wieder Gerangel um die Plätze. Nach und nach trudeln andere Kinder ein, stellen ihre Ranzen ab, greifen sich Apfelspalten und gehen erst einmal wieder nach Hause zum Mittagessen: „Bis gleich!“

"Wer spielt mit - eine Runde UNO?" - "Okay - und danach starten wir mit den Hausaufgaben." Ute, Sevim, Gudrun und Ingo sitzen schon startbereit mit einem Becher Kaffee an den Tischen und lassen sich gern auf eine Spielrunde ein.  Dann werden Bücher, Mappen und Hefte aufgeklappt, Bleistifte gespitzt und Rechenplättchen gezählt. An den vier Tischen im Raum versuchen alle möglichst leise zu sprechen, um die anderen nicht zu stören. Das ist aber nicht so einfach, denn nach und nach kommen andere Kinder dazu, begrüßen sich, haben viel zu erzählen und setzen sich mit ihren eigenen Aufgaben dazu. Hulja und Seljan kommen mit ihrer Mutter, die Hilfe beim Ausfüllen eines Formulars braucht, wir verabreden einen Termin für nächsten Tag.

Wer fertig ist, sucht sich noch ein Arbeitsblatt raus, malt etwas oder geht hinaus, denn die anderen Kinder brauchen Ruhe für ihre Hausaufgaben. Die größte Herausforderung in diesen zwei Stunden ist die gegenseitige Rücksichtnahme, und die größte Chance ist, miteinander und voneinander zu lernen.

Bis drei Uhr sind alle Hausaufgaben erledigt. „Gehen wir heute zum See? Oder zum Trampolin-Spielplatz?“, fragt Maryam, als sie mit ihrer Schwester im Schlepptau den Stadtteilladen betritt. Auf zwei zusammengeschobenen Tischen liegen allerdings schon Pappschachteln und Röhren, bunte Pfeifenputzer, Glitzerfolien, Scheren und Kleber – donnerstags ist die Kreativwerkstatt aufgebaut und heute entstehen Roboter und andere Phantasiefiguren. Rabih und Nikolai haben bereits die ersten Materialien zusammengeklebt. Finn und Sean setzen sich dazu, Martina gibt ihnen Tipps. Maryam und drei andere Mädchen möchten lieber Modellieren und holen sich Knete, Rollen und Bastelmesser aus dem Schubfach: verschiedene Tiere, Herzen und Blumen entstehen. Draußen auf dem Bürgersteig balancieren einige Kinder auf den Pedalos, Amir und Adem suchen Mitstreiter für eine Runde Tauziehen. Sechs Jungs lassen sich von Almut einen Ball geben und nachdem geklärt ist, wer für den Ball verantwortlich ist und nach welchen Regeln gespielt wird, ziehen sie los zum Gemeindehaus am Ende der Straße, um auf dem Hofplatz Fußball zu spielen.

An anderen Tagen spielen die Kinder Streethockey mit Lisa vom TSV Bremervörde oder Kochen mit Karin und Hanna leckere Gerichte, die dann in großer Runde verspeist werden. Bei gutem Wetter gehen Kinder und Teamerinnen zu einem der Spielplätze am See oder in die Welt der Sinne.

„Aufräumen!“ schallt es um zwanzig vor fünf durch den Laden und die Straße herunter. Die Spielsachen ins Regal, die Bastelmaterialien ins Büro, Pinsel ausgewaschen und Tische abgewischt. Alle Gummitwist, Stelzen und Malkreide draußen eingesammelt. Geschirr in die Spülmaschine, Tische zusammengestellt, denn morgen früh kommen die Frauen vom Maschentreff, Boden gefegt, Fenster und Gardinen zu – fertig!

Und zum Schluss Bonbons für alle, die so super mit aufgeräumt haben, so dass wir morgen einen neuen Tag im Stadtteilladen genießen können.

Was ist der Stadtteilladen?

Der "Stadtteilladen Bremervörde - Kinder und Familien stärken" ist ein offenes Angebot für Grundschulkinder und ihre Eltern. Mit einer Gruppe engagierter Ehrenamtler*innen bieten wir von Montag bis Donnerstag eine Hausaufgabenbegleitung und anschließend verschiedene pädagogisch begleitete Spielangebote für die Kinder aus dem Stadtteilumfeld an. Eltern und Alleinerziehende finden hier eine Anlaufstelle für erste Fragen zur Sozialberatung, wir arbeiten eng mit Beratungsstellen in Stadt und Kirchenkreis zusammen. Der Stadtteilladen Bremervörde ist ein Projekt der Ev.-luth. Auferstehungsgemeinde und des Kirchenkreises Bremervörde-Zeven. Zur Zeit ist ein Team von 16 Ehrenamtlichen engagiert, meist in der Hausaufgabenbegleitung.

An meiner Arbeit hier schätze ich besonders den direkten unmittelbaren Kontakt zu den Kindern und ihren Eltern und die besonders gute Zusammenarbeit zwischen der Kirchengemeinde mit ihren haupt- und ehrenamtlich Engagierten. Mit dem Stadtteilladen in das nachbarschaftliche Netzwerk eingebunden zu sein und direkte Unterstützung für Einzelpersonen und Familien bieten zu können, ist motivierend. 

Mir ist die kirchliche Anbindung des Ladens wichtig, weil ich überzeugt bin, dass die Evangelische Kirche damit ihrem sozial-diakonischen Auftrag nachgeht und ihren Anspruch an Mitgestaltung und Engagement in der und für die Gesellschaft gerecht wird. Ich denke, nur mit diesem sozial-diakonischen Engagement wird die Kirche in Zukunft Bestand haben und ihre noch einflussreiche gesellschaftliche Rolle behalten.

Ich wünschte mir, dass jede Kirchengemeinde sozialdiakonische Felder für sich als eigene Aufgabe entdeckt und sich für die Menschen in ihrer Nachbarschaft, egal welcher Religionszugehörigkeit oder welchem Milieu angehörig, engagiert. Dies ist nicht nur Aufgabe des Diakonischen Werkes, in dem Kolleg*innen mit hoher Fachkompetenz sitzen. Die große Chance ist der direkte Kontakt in den Stadtteil oder den Ort hinein und die enge Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk und anderen Hilfeeinrichtungen.

Almut Schmidt, Pädagogische Leitung, Tel. 04761 - 9264 345, E-Mail: stadtteilladen.brv@gmail.com
https://stadtteilladen.wir-e.de

Einen Flyer zum Stadtteilladen finden Sie hier.

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Die Oase - Ein sicherer Ort zum Chillen, Spielen, Lernen, Reden und Essen

Aus jedem Gewinn und aus jedem Verlust kann etwas Kreatives entstehen. In Gnarrenburg erlebten wir, was die Worte von Paulus bedeuten können: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.“ (Römer 8,28) In unserer Kirchengemeinde begann dieses „Beste“ mit einem schmerzhaften Verlust: Die Kirchengemeinde Gnarrenburg hatte im Jahr 1999 mit den Kirchengemeinden Kuhstedt und Kirchwistedt eine Region gebildet. Im Zuge der Regionalisierung wurden die Pfarrstellen gekürzt. Gnarrenburg verlor die zweite Pastorenstelle. Zusätzlich wurde aufgrund verschiedener Umstände das komplette Team der Hauptamtlichen ausgetauscht. Vertraute Personen zogen weg. Ein Pfarrhaus blieb leer.

Aber die Region bekam auch jemanden geschenkt. Es konnte ein Diakon mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendarbeit eingestellt werden. Die Kinder- und Jugendarbeit hatte bislang keine große Rolle in der Gemeindearbeit gespielt. Deshalb machten sich einige Gemeindeglieder zu Recht Gedanken darüber, wie man die Jugendlichen in unseren Orten erreichen könnte, die Jungs und Mädels, die Klassenkameraden und Nachbarn, die man in der Schule oder im Supermarkt trifft. Wo könnte der Ort in unserer Kirchengemeinde sein, an dem sie sich wohlfühlen? Wohin würden wir die Jugendliche einladen? Und überhaupt: Was ist mit unserem christlichen Auftrag: „Machet zu Jüngern alle Völker“? Wie kann man Jugendlichen den Glauben vorleben und ihn immer wieder gemeinsam neu entdecken, wenn man sie gar nicht kennt? Wenn man nie einen echten Kontakt aufgebaut hat, kein Interesse an ihnen zeigt und ihnen keine Freiräume anbietet, in denen sie sich wohlfühlen und bewegen können? Bisher gab es keine Räume dafür.

Nun stellte sich die Frage, was aus dem freistehenden Pfarrhaus werden solle. Könne man das alte Haus gänzlich umbauen, um es für die Jugendarbeit zu nutzen? Es gab zwar Bedenken und Widerstände, ein derart teures Projekt zu starten, angesichts der drohenden Sparzwänge. Doch der Kirchenvorstand ließ sich nicht verwirren. Mit großem Engagement leistete dieser viel Überzeugungsarbeit in der Gemeinde und im Kirchenkreis. Das Projekt konnte realisiert werden. Im Jahr 2005 wurde die OASE eingeweiht. Mit ihr hat die Kirchengemeinde Gnarrenburg einen Ort der Begegnung für Jung und Alt geschaffen. Wie in einer Oase bieten wir den verschiedensten Menschenhier die Möglichkeit zusammenzutreffen. Dabei ist es egal, wie alt jemand ist oder welcher Kirche oder Religion man angehört. Die Jugendlichen und Erwachsenen unserer Region haben in der Oase einen sicheren Ort, an dem sie sich treffen, miteinander reden, lernen und Spaß haben können. Deshalb richten sich die Angebote der OASE schwerpunktmäßig an Jugendliche und junge Erwachsene.

In der Oase bieten wir Räume an, um Ideen gemeinsam zu verwirklichen. Wir wollen nicht in der Vergangenheit kleben bleiben. Was wir haben, können wir teilen. Was dann entsteht, ist sicher keine Revolution. Aber auch das Kleine kann motivieren, in Bewegung setzen und stärken.

Es war zunächst so unscheinbar, als im Jahr 2016 ein geflüchteter Iraner in der Oase stand und sich mit einem erfrischenden Deutsch-Englisch-Spanisch-Mix vorstellte. Sofort war Sympathie hergestellt. Mit diesem lächelnden Mann, der als Arzt bereits in der Karibik gearbeitet hatte, gründeten wir einen Spanisch-Nachhilfekurs. Unser iranischer Freund zog leider bald wieder weiter. Aber der Spanischkurs blieb bestehen. Viele Konfis nehmen daran nach wie vor teil. Sie haben an ihrer Ganztagsschule Spanisch-Unterricht und schätzen die fröhliche Lerngruppe in der Oase.

In der Oase können wir Jugendarbeit mit unserer Konfirmandenarbeit verlinken. Eltern rufen an und fragen, ob wir ihre Söhne und Töchter neben der Konfirmandenarbeit schulisch unterstützen können. Vor einigen Wochen meldete sich eine ehemalige Konfirmandin. Sie habe in der Schule ihr Mathe-Thema nicht verstanden und am Freitag werde eine Mathearbeit geschrieben. Eine Mitarbeiterin in der Oase nahm sich für sie Zeit. Eine Woche später berichtete sie uns stolz wie Oskar, sie habe eine Drei geschrieben.

Für unsere offene Jugendarbeit brauchen wir eine gewisse Haltung. Nämlich eine Offenheit, den einzelnen Menschen in den Blick nehmen zu können. Bei uns dürfen Zahlen keine Rolle spielen. Selbst wenn montags oder freitags zu den Öffnungszeiten nur eine oder zwei Personen kommen würden, ist das für uns voll in Ordnung. Denn dann hat man Zeit zuzuhören und kann Wertvolles erfahren. Obgleich die Oase immer mal wieder aus ihren Nähten platzt, weil so viele an unseren Angeboten teilnehmen möchten, sind wir auch für die einzelne Person da. Es ist ein stetiges Auf und Ab. Unseren Erfolg messen wir nicht an Zahlen, sondern daran, ob es uns gelungen ist, den Einzelnen wahrzunehmen und voneinander zu lernen. Wir wollen Jugendlichen in ihrem Leben helfen. Wir wollen für sie da sein, ihnen begegnen, sie begeistern und begleiten – mit allem, was uns zur Verfügung steht.

Die Oase ist uns Mitarbeitenden selbst zu einer Hilfe und Stütze im Glauben an Jesus Christus geworden. Gemeinsam in unseren Andachten und Jugendabenden Musik zu machen, unsere Jugendlieder zu singen, in einer Gemeinschaft frei heraus sagen zu können „daran glaube und darauf hoffe ich“, wirkt befreiend. Persönliche Anliegen auszutauschen und füreinander zu beten, möchte ich auch als Diakon nicht missen. Dass wir erleben können, dass auch der Glaube eines 14-jährigen Konfirmanden Berge versetzen kann, ist sehr ermutigend. Nie werde ich es vergessen, wie mir ein ehemaliger Konfirmand vor vielen Jahren schrieb: „Ich probiere das mal mit dem Beten aus und bete für Dich!“

Timo Lütge, Tel: 04763-3919954, E-Mail: Timo.Luetge@kkbz.de
Homepage: https://oase.wir-e.de
Tel. Oase: 04763-627677

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Pastorin im "Melkhus" und in der "Lütjen Isdeel"

Lotte Blattmann, Pastorin in Fintel, hat im Sommer 2019 viermal nachmittags eine "Sommersprechstunde" angeboten -
abwechselnd im örtlichen Melkhus (Melkhüs sind Raststätten mit Milchprodukten an Radwanderwegen) und in der Lütjen Isdeel (im Sommer ein beliebter Treffpunkt im Ort, auch mit eigenem Kulturprogramm).
Bei der Ankündigung sagt sie: "Mal sehen, wer kommt! Mein Ziel ist es, möglichst viele Menschen für den Glauben an Gott und für unsere Gemeinde anzusprechen".

Hinterher erzählt die Pastorin:
"Manche kamen gezielt, die sonst keine Seelsorgegespräche vereinbaren würden.
Es ist ein niedrig-schwelliges Angebot, eben unkomplizierter.
Häufig waren mehrere Leute auf einmal da, oft fünf bis sechs Personen. Teilweise ging es bei den Gesprächen um tiefgehende seelsorgliche Themen. Dabei kam es auch zu gegenseitiger Anteilnahme - und es wurde spürbar: Das ist Gemeinde lebendig!"

Weitere Infos bei:
Lotte Blattmann, Tel.: 04265-9540641,
E-Mail: lotte.blattmann@gmx.de

 

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