Zur Person

Thomas Steinke, Pastor der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers

Seit meinem Vikariat in Suhlendorf (Kirchenkreis Uelzen) und zunehmend seit meiner Zeit als Gemeindepastor in Lehmke (Kirchenkreis Uelzen, 1997 bis 2000) und in Fintel (Kirchenkreis Rotenburg, 2000 bis 2017) beschäftige ich mich intensiv mit Fragen der Gemeinde- und Kirchenentwicklung.

Wertvoll waren für mich in diesem Zusammenhang Impulse, die ich im Rahmen verschiedener Veranstaltungen und Fortbildungen erhalten habe: Besonders durch die qualifizierende Weiterbildung "Spirituelles Gemeindemanagement" (Universität Greifswald und Kloster Volkenroda, 2009-2011), den Kongress "Kirche²" (Ev.-luth. Landeskirche Hannovers und Bistum Hildesheim, 2013), die Konsultation und die Weiterbildungswerkstatt "Geist und Prozess" (Gemeindekolleg der VELKD, 2014 bzw. 2018-2019) sowie den FreshX-Blockkurs (Ökumenische Bewegung Kirche², 2016).

Wichtiger aber noch war und ist die gemeinsame Reflexion der genannten Fragen mit Akteurinnen und Akteuren auf verschiedenen Feldern:In der Kirchengemeinde, in der Region und in den Kirchenkreisen.
Von 2013 bis 2017 war ich Stellvertretender Superintendent im Kirchenkreis Rotenburg. Auch mit den Kolleginnen und Kollegen haben wir wiederholt an den Themen Kirchenentwicklung und Veränderungen bei unseren Berufsbildern gearbeitet. Besonders intensiv haben wir uns auf mehreren Konventen damit befasst: "Wachsen gegen den Trend - Eine Ermutigung zu neuem Aufbruch" (2009 mit Dr. Peter Böhlemann, Pastoralkolleg der Westfälischen Kirche), "Berufsrollen im Wandel" (2013 mit Prof. Dr. Reinhard Feiter, kath. Fakultät der Universität Münster, u.a. zu Erfahrungen im Bistum Poitiers), "Gabenorientierte Teamarbeit" (2014 mit Personalentwickler Jochen Kiel) sowie "Was wird aus der Kirche?" (2017 mit Prof. Dr. Detlef Pollack, Universität Münster, u.a. zur letzten Mitgliedschaftsuntersuchung der EKD).

Im Rotenburger Kirchenkreistags-Ausschuss "Innovation kirchengemeindlicher Arbeit" (2013-2018) haben wir Impulse des Kirche²-Kongresses aufgegriffen und in Kooperation mit den Missionarischen Diensten der Landeskirche (P. Philipp Elhaus) einen "FreshX-Introkurs" auf Kirchenkreisebene angeboten. Vertreterinnen und Vertreter aus allen Regionen des Kirchenkreises haben daran teilgenommen. Beispiele aus dem Raum der anglikanischen Kirche sowie aus verschiedenen Gemeinden deutschlandweit haben zu einem angeregten Austausch über Erfahrungen und Sehnsüchte im Blick auf lebendige Formen von Kirche im eigenen Umfeld geführt.
Gleichzeitig hat die Reflexion im Ausschuss immer wieder verdeutlicht, dass die bestehenden Strukturen bei vielen haupt- wie ehrenamtlich Engagierten als so ausgereizt, wenn nicht überdehnt empfunden werden, dass kaum Freiräume bleiben für echte Innovationen.

Die Partnerschaft der Kirchengemeinde Fintel mit der Kirchengemeinde Eloolo in Namibia hat in den zurückliegenden Jahren vielfältige Möglichkeiten interkulturellen Lernens eröffnet. Drei Besuchsreisen habe ich gemeinsam mit einem Kirchenvorsteher geleitet (2006, 2013 und 2017 - hier mit Teilnahme an Veranstaltungen der Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Windhoek). Dabei standen neben den Begegnungen in Eloolo vielfältige Gespräche mit kirchenleitenden Personen aus der Evangelical Lutheran Church in Namibia (ELCIN) und Verantwortlichen auch in anderen Gemeinden sowie der deutschsprachigen Evangelisch-lutherischen Kirche in Namibia (ELCIN-GELC/DELK) im Mittelpunkt. Außerdem haben wir soziale und ökologische Projekte im Land kennengelernt.
Drei Gegenbesuche unserer Geschwister aus Eloolo (2004, 2009 und 2016 - hier mit gemeinsamer Teilnahme an einer Internationalen Partnerschaftskonferenz in Hermannsburg und Wittenberg aus Anlass des Reformationsjubiläums) haben die Gemeinschaft vertieft und in der eigenen Kirchengemeinde das Selbstverständnis, ein Teil der weltweiten Kirche zu sein, wachgehalten. Die Wahrnehmung des Fremden hat zudem die Reflexion der Kontextualisierung des Evangeliums im eigenen Umfeld befördert.

Seit 2002 stehe ich für die Geistliche Begleitung im Vikariat zur Verfügung, weil ich eine auf die eigene Persönlichkeit und auf die jeweilige Lebensphase bezogene Spiritualität für überlebenswichtig halte, um den pastoralen Dienst motiviert und innovativ zu gestalten. Nur wenn ich selbst noch Adressat des Wortes Gottes bin, kann ich „prophetisch“ wirken, d.h. das Evangelium in die jeweilige persönliche und / oder gemeindliche Situation einsprechen und entsprechende Impulse zur Gemeindeentwicklung geben. Mehrere Vikare habe ich in den vergangenen Jahren geistlich begleitet.
Außerdem war ich von 2014-2016 Vikariatsleiter und habe in diesem Zusammenhang mit unserem ehemaligen Vikar Dr. Yorick Schulz-Wackerbarth viele intensive Gespräche auch über ekklesiologische Themen geführt sowie auf den Tagungen der Vikariatsleitenden im Predigerseminar Loccum weitere wertvolle Impulse erhalten.

Ich freue mich, dass ich nun seit Oktober 2017 in der Personalstelle Gemeindeinnovation tätig sein kann. Dabei kann ich auf Erfahrungen aus dem pädagogischen Bereich zurückgreifen: Viereinhalb Jahre lang war ich stundenweise im Schuldienst am Gymnasium tätig (Eichenschule Scheeßel, 2009-2013) und kontinuierlich habe ich in der Gemeinde und der Region in Kooperation mit der Evangelischen Erwachsenenbildung Workshops, Seminare und Tagungen durchgeführt.

Zwischen den benachbarten Kirchenkreisen Bremervörde-Zeven und Rotenburg möchte ich zu einem verstärkten Erfahrungsaustausch beitragen. Weitere Ziele sind:
Anregungen aus dem Bereich der Ökumene, der Landeskirche und der EKD aufzunehmen und für einen Wissenstransfer in die Kirchenkreise hinein zu sorgen;
Experimentierfreudigkeit zu fördern und im Team mit anderen über bestehende Strukturen hinaus zu denken und zu arbeiten, so dass daraus Impulse für die Entwicklung in den Kirchenkreisen entstehen können.